Auf dem bayerischen "Dancefloor": International language
Mittwoch, 1. August 2018 – Jugendliche aus 14 Nationen arbeiten für den Frieden: tagsüber Kriegsgräber-Pflege – abends bayerisch tanzen

Diessen – Sie kommen aus14 Ländern der Erde und verstehen sich hervorragend auch ohne große Worte: 28 Jugendliche aus Belarus, Bulgarien, Irland, Italien, Lettland, Polen, Rumänien, Russland, Slowenien, der Türkei, der Ukraine, aus Thailand, Ungarn und Deutschland genießen eine heiße Sommernacht am Ammersee – und die bairische Musi spielt dazu. Jugend und Musikanten vom Heimat- und Trachtenverein d' Ammertaler Diessen – St. Georgen spielen auf und Tanzmeister Magnus Kaindl zeigt vom Schuhplatteln bis zum Sautanz was Sache ist auf dem bayerischen "Dancefloor".

Die Begegnung gehört zum festen Sommerprogramm des Diessener Trachtenvereins. Seit vielen Jahren ist die Trachtenjugend eng verknüpft mit der Internationalen Jugendbegegnung vom Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge, Landesverein München. Das Projekt stand auch heuer wieder unter dem Motto "Arbeit für den Frieden" und ihr Camp haben die Studenten auch wieder auf dem MTV-Gelände am See aufgeschlagen.

Und ihre Ferien waren spannend: Jeden Tag gab es Unterhaltungs-, Freizeit- oder Bildungsprogramme, in deren Rahmen sie Oberbayern, speziell die Ammersee-Region, kennenlernten. Die zweite Tageshälfte gehörte ihrem ehrenamtlichen Einsatz für die Pflege von Kriegsgräbern. Deshalb fuhren sie mit ihrem Bus täglich auf den Waldfriedhof in München, reinigten Kriegsgräber und restaurierten die Inschriften. Dabei beschäftigten sie sich auch mit den Schicksalen der Toten, die hier ihre letzte Ruhe haben.

"Eng mit der Arbeit am Kriegsgrab verbunden ist das Thema der historisch-politischen Bildung", informierte Maximilian Fügen vom Bildungsreferat des Volksbunds in München. Diese fanden in Seminaren, beim Besuch des NS-Dokumentationszentrums oder beim Besuch der KZ-Gedenkstätte in Dachau statt. "Bei der Beschäftigung mit Einzelschicksalen setzen sich die jungen Menschen gemeinsam mit der Vergangenheit Europas auseinander. Dabei", fährt Fügen fort, "sollen sie zukunftsorientiert die Herausforderung für Europa in der heutigen Zeit fokussieren." Text | Fotos: Beate Bentele

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