Lachen, Träumen, Glücklich sein
Sonntag, 2. April 2017: Circus Krone in München – wo das Staunen keine Pause macht

München – Den ersten Aprilsonntag werden wir nicht so schnell vergessen. Er hat den Trachtenverein in den "magischen roten Kreis" geführt, in dem alles möglich scheint und nichts unerreichbar wirkt: in den Circus Krone, an der Marsstraße in München. Gleich beim berühmten Augustiner-Keller um die Ecke. Hier scheint sich das alte München mit der Neuzeit zu verbünden.

Das Eintauchen in eine Welt voller Glamour und Glitter, Licht und Ton alleine war schon faszinierend, aber was unter dem Orchester-Podium alles ins Rampenlicht trat, sieht man selten oder nie. Junge weiße Löwen zum Beispiel, die mit ihren halbstarken Allüren dem Tierlehrer keineswegs das Fürchten lehrten. Interessant nicht nur für die vielen Kinder, sondern auch für die Erwachsenen waren die Erklärungen aus dem Off von einem der berühmtesten Tierlehrer der Welt, Star-Dompteur Martin Lacey jr. Er kommentierte die Show und die Erziehungseffekte und verdeutlichte, wie gerne die wilden Tiere (die er alle mit auf die Welt gebracht und aufgezogen hat) lernen und das auch zeigen.

Der Exotik auf den Fuß folgte eine Tanznummer mit bayerischen Milchkühen. Sie heißen Milka, Diana, Linda … und sind eigentlich nie in einem Circus zu sehen. Im Krone schon. Im Gegensatz dazu die Eleganz und Noblesse von Jana Mandana, die mit ihren Pferde-Dressuren (hier mit sechs feurige Falben) internationale Anerkennung genießt und letztlich auch mit ihrer Elefantendressur beweist, wie eng die Partnerschaft zwischen Mensch und Tier sein kann. Vier Tonnen Lebendgewicht bringt Elefantendame Bara mit und geht mit Jana Mandana ein Duo aus Anmut und Schwergewicht.

Danach könnte man fast glauben, dass das Leben ein Ponyhof ist, so charmant zeigen die Circus-Kids Shirin und Alexis wie gut sie mit ihrem Pony umgehen können. Und wieder einmal beweist sich an dieser Stelle – wie es im Zirkusfilm Salto Mortale aus 1953 heißt: Der Raubtierdompteur heiratet immer die Tochter des Zirkusdirektors. So ist es auch beim Krone: Jana Mandana, Tochter der Circus-Prinzipalin Christel Sembach-Krone ist mit Dompteur Martin Lacey jr. verheiratet. Ihr Sohn Alexis Lacey-Krone mit dem weißen Pony und "Dressur-Partnerin" Shirin seine Cousine sind bereits die sechste Krone-Generation.

Neben den Tieren brillieren beim Krone die Clowns, Illusionskünstler und Artisten. Alexander Batuev gilt als das achte Weltwunder im Business-Look. Ein Mensch aus Gummi, wie es scheint, er kann mit sich und seinen Armen Seilspringen und sich zusammenfalten, dass er in eine Schachtel passt. Klischnigg nennt man diese extreme Circuskunst und man fragt sich, ob der 25-jährige Russe aus Perm|Russland überhaupt eine Wirbelsäule hat. Auf jeden Fall hat das Biegewunder in Monte Carlo schon mehrere Preise abgesahnt.

Die Historie
Der Circus Krone ist einer der größten Zirkusse in Europa. Er ist ein Familienunternehmen, das 1905 von Carl Krone unter dem Namen Circus Charles im Harz als Tierschau gegründet wurde. Der Zirkus hat seit 1919 seinen festen Sitz in München. Seitdem besitzt der Zirkus auch ein festes Gebäude, den Krone-Bau (damals 4.000 Sitzplätze) in der Marsstraße und ist damit der einzige westeuropäische Zirkus mit einem "festen" Stammsitz. Der erste Krone-Bau von 1919 war aus Holz und wurde Ende 1944 bei einem Bombenangriff zerstört. Dem kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs aufgebauten Provisorium folgte 1962 der heute noch bestehende dritte Krone-Bau mit 3.000 Sitzplätzen. Von November bis April bespielt der Zirkus den Krone-Bau, danach geht er mit dem Zelt auf Tournee. Text | Fotos: Beate Bentele
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