Diessener Trachtler ehren
Am Samstag, 7. April und die Musi spielt dazu

Diessen – Vom Kinderlied bis zum Choral sind fröhliche, festliche, heitere, anspruchsvolle Musiken und Klangwelten erklungen: Die Musikgruppen vom Heimat- und Trachtenverein d' Ammertaler Diessen – St. Georgen haben alle Register gezogen und beim Ehrabend, der einmal in jedem Jahr stattfindet, gezeigt, was sie draufhaben und womit sie sich das ganze Jahr über beschäftigen. Zwischen den musikalischen Einlagen freuten sich langjährige, aktive Mitglieder, dass ihr Wirken mit Urkunden gewürdigt worden ist.

Der Diessener Trachtenverein kann stolz sein: Zum einen sind alle Altersklassen vertreten und zum anderen sind Tanzen, Schuhplatteln, die Brauchtumspflege und die Organisation von Festen immer wieder der Grund für positive öffentliche Wahrnehmung. Letztlich ist es auch die Musik, die die Herzen zum Klingen bringt.

Das fängt schon mit dem Trachtennachwuchs an. Die Kleinen haben beim Ehrabend gezeigt, wie sie sich mit Orff'schen Grundsätzen befassen in der Rhythmus- und Gesangspflege, und dass sie heitere Lieder wie Das Buslied oder das Kinderlied vom Bimperl-, Bamperlwirt lebhaft in Szene setzen. Mit neuen Tönen ist auch der Spielmannszug des Diessener Trachtenvereins in stattlicher Formation aufgetreten. Erstmals hat der musikalische Leiter, Andreas Huber, die sanften Klänge, die in der Regel kirchenmusikalischen Auftritten vorbehalten sind, in ein breitgefächertes Publikum hineinklingen lassen und bewiesen, dass sein momentan gut aufgestellter Klangkörper vielseitiger ist denn je und nicht nur auf die Pauke hauen kann. Mit dem Choral "Näher mein Gott zu dir", begeisterten die Spielleute ihre Zuhörer und informierten zugleich, dass dieser Choral am 2. April 1912 angeblich von der Bordkapelle der Titanic gespielt wurde, bevor diese unterging.

Hopp mei Schimmerl
Zu den Neuigkeiten gehörte auch Josef Hartmann mit der Ziach. Unterrichtet von Großvater Sepp Kaindl und Vater Wolfgang Hartmann spielt er schon seit zwei Jahren auf seinem roten Akkordeon, jetzt ist er erstmals mit seiner neuen Ziach aufgetreten unter anderem mit dem Frühlingslied "Hopp mei Schimmerl, hopp mein Braun' ".

Die Flötenmadln Helena Zirch und Ana Schnitzler verzauberten mit einem Allegro und einen Flötenjodler. Mit dem Ruf der Freundschaft und einem Gloria haben die Alphornbläser neues Format bewiesen. D' Saitenschinder präsentierten aus ihrem anspruchsvollen Repertoire eine Quadrille aus Böhmen: Kucelka. Kontrapunkt dazu die Ziachmusik des Trachtenvereins, mit schmissiger Tanzmusik.

Die Ehrungen
Zwischen den Musiken sind aktive und langjährige Mitglieder bedankt und mit Urkunden geehrt worden. Seit 25 Jahren engagieren sich Maria Eichberg, Evi Patermann, Anni und Jakob Leicher, sowie Elisabeth und Walter Spensberger im Verein.

40 Jahre dabei sind Winfried Gügel, Florian Vief, Martha Hollunder (auch Ehrenmitglied seit 2010) und Hans Leidemann. Seit 70 Jahren gehört Michael Erhard aus Raisting zum Verein. Als "Mann der ersten Stunde" war er zuerst im Raistinger Verein und wechselte dann nach Diessen. Wegen einer gesundheitlichen Schwäche konnte er das Fest nicht miterleben.

Beim Spielmannszug sind geehrt worden für 25 Jahre Mitgliedschaft Anni und Jakob Leicher sowie Evi Patermann, seit 40 Jahren wirken mit Elfriede Vief und Winfried Gügel. Die jüngsten sind Regina Hinterbichler, die zehn Jahre aktiv ist, und Felizian Schnitzer hat das Musikerleistungsabzeichen im Fach Trompete erfolgreich abgelegt, dafür hat er eine Urkunde bekommen: "Er hat sich auf den Hosenboden gesetzt und geübt, betont Andreas Huber und fordert die jungen Spielleute auf, es dem Lizi gleichzutun. Text | Fotos: Beate Bentele
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