Ehrenmitglieder beim Trachtenverein Edelweiss Denver | Colorado
Montag, 1. August 2016: Überraschung für Leni und Sepp Kaindl

Diessen – Wenn Leni und Sepp Kaindl künftig nach Denver | Colorado fliegen (was sie regelmäßig tun), kommen sie nicht mehr als Gäste an, sondern als Ehrenmitglieder vom Trachtenerhaltungsverein Edelweiss Denver | Colorado, T.E.V. Diese Botschaft hat Elisabeth Lane, die Vize-Vorsitzende der Edelweiss-Trachtler als Überraschungsgeschenk von Denver an den Ammersee mitgebracht. Vorgeschlagen hat den Ehrentitel Otto Gorner - und die einhellige Zustimmung des Trachtenvereins in Denver bekommen. "Wir haben Sepp und Leni unendlich viel zu verdanken", hielt Elisabeth fest, deren Mutter vor Jahrzehnten von Straubing in die USA ausgewandert ist, "deshalb kann ich auch bairisch sprechen." Der Verleihung des Ehrentitels gilt als eine der Sternstunden bei der Partnerschaftsbegegnung im August dieses Jahres, als über 40 Trachtler aus Colorado nach Diessen kamen.

Elisabeth Lane sowie Terry Jennsen, die in Denver die wichtigen Aufgaben der Vereins-Jugendleiterin und Dirndl-Vortänzerin innehat, gratulierten und überreichten Ehrengeschenke. Die Ehrentafeln aus Holz hat Jeff Jennsen gefertigt. Sie bekommen einen Ehrenplatz bei den Kaindls, hat Sepp verraten. In ihrer Laudatio betonte Elisabeth Lane die jahrzehntelange Freundschaft: "Die Kaindls sind sehr, sehr wichtig für uns. Sie haben uns bei der Vereinsgründung durch alle Lernprozesse begleitet. Wir konnten sie immer um Rat fragen und um Hilfe bitten. Sie haben uns unter anderem bei der Anschaffung des Gewands beraten, uns Noten für Volkstanz, Musik und Lieder geschickt, uns neue Volkstänze und Schuhplattler gelernt und offene Fragen rund um die Satzung geklärt. Dafür sind wir stets dankbar."

Der Trachtenerhaltungsverein Edelweiss Denver gründete sich 1958, trat 1963 dem Huosigau bei und gehört somit auch zum Bayerischen Trachtenverband. Otto Gorner, ehemals Vorsitzender in Denver, erinnert sich: "Wir suchten Unterstützung bei der Traditionspflege unserer Vorfahren, die deutschen Ursprungs warten. Deshalb kontaktierten wir die Bayerischen Trachtengaue – es hat sich nur einer rückgemeldet: Der Huosigau mit seinem damaligen Vorsitzenden Hans Zellner."

Kennengelernt haben sich die zwei Vereine dann 1970, wo sie erstmals ein Gau-Fest miterlebten - das war seinerzeit in Diessen. Die engere Freundschaft zu den Kaindls festigte sich dann aber erst bei einem Trachtenfest in der Wies, 1978, als sie durch unglückliche Umstände keine Unterkunft hatten. "Von einem Tag zum anderen", mischt sich der Kaindl Sepp in die Erinnerungen ein, "haben wir vollkommen unkompliziert für 36 Trachtler aus Denver Quartier in Diessen auf die Beine gestellt und ein viertägiges Programm gemacht."

Als erster setzte sich 1979 der Kaindl Peter mit zwei Begleitern in den Flieger und schaute sich in Denver das Trachtenwesen an. Es folgte im Gegenzug eine Anfrage, ob der Diessener Trachtenverein die Patenschaft für die neue Fahne übernehmen möge. Trotz gewisser Vorbehalte im Verein, flogen 28 Diessener Trachtler 1982 in die USA. Durch die Patenverbindung, so Sepp, seien Verpflichtungen entstanden und auch eine Freundschaft die dazu führte, sich regelmäßig zu besuchen. Inzwischen sind es drei Generationen, die miteinander Kameradschaft über kontinentale Grenzen hinweg pflegen (die vierte Generation liegt noch in den Windeln).

Auf den nächsten Flug 2018 nach Colorado wird beim Diessener Trachtenverein heute schon gespart. Da findet dann der Gegenbesuch der Diessener statt, zugleich feiern die Freunde über dem großen Teich 60 Jahre T.E.V. Text | Fotos: Beate Bentele
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