Tracht soll gelebt werden! Mit diesem Bewusstsein machten sich die Verantwortlichen des Diessener Trachtenvereins in den 1980-er Jahren auf die Suche nach einem regionalen Gewand, das auch schon die Altvorderen trugen. Als neue Vereinstracht sollte es eine Identifikation mit der Heimat schaffen, aber zugleich als Grundlage dienen für gutes bairisches Anziehen auch außerhalb des Vereins.
Die wichtigste Vorgabe bot das Brauchtumsjahr, das in seiner Vielseitigkeit mit unterschiedlichen Trachten und Gewand-Elementen erlebbar gemacht werden sollte. Denn die Diessener Tracht will die innere Einstellung und Gesinnung zur angestammten oder auch neu gewählten Heimat vertiefen: Ob als Zuschauer oder Festbesucher, als aktives
Vereinsmitglied und Mitwirkender bei Volkstanz,Schuhplatter oder Volksmusik. Als Gast bei Festabenden und Empfängen bei persönlichen Lebensereignissen, angefangen von der Taufe über Kommunion, Konfirmation, Firmung und Hochzeit bis zu Beerdigungen.
Dafür entwickelten die Diessener zusammen mit einer Handvoll bekannter Fachleute unterschiedliche Trachten- und Tragevarianten des regionalen Gewandes, dessen Geschichte und Wandlungen intensiv erforscht wurden. Als Grundlage dienten
überlieferte Darstellungen in Bildern und Dokumenten. Es geht weiter. Heute. Jeden Tag. Trotz konkreter Vorgaben, die die Diessener Tracht ausmachen, gibt es jede Menge Spielraum für persönliches Geschmacksempfinden. Wenn die Tracht - das gute Gewand - lebt, finden zeitgerechte Veränderungen ihren Platz, ohne die Wurzeln zu verletzen. Auf dieser Basis ist es möglich, über die heimische Tracht eine hochwertige Bekleidungskultur in die Zukunft und in der Zukunft zu tragen - und sie täglich mit Leben zu erfüllen.
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