Auf geht's zum Herzkasperln mit dem Frauenbund
22. September 2018: Musik und Tanz beim Wiesn-Frühstück im Traidtcasten mit Sepp, Magnus und Evi

Diessen – "O zapft is"! Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter hat das 185. Oktoberfest eröffnet – zur gleichen Zeit startete die Gerum Resi aus D'schwang die Oide Wiesn in Diessen mit kräftigem Bierflaschenknall: Der heimische Frauenbund hat in den Traidtcasten eingeladen zu Weisswürscht und Bier, zu Musik und Tanz – und der Trachtenverein garantierte für den wildesten Schwung und die frechsten Lieder

Der Saal war voll. Wen wundert's? Bei den prominenten Gästen, vom Herzkasperl Magnus über den legendären Diessener Musikanten, den Kaindl Sepp, der heuer mit Evi Patermann stattliche Ziach-Verstärkung mitgebracht hat. Und dann stand der Karl Valentin auf der Bühne und der Andreas Gabalier war nicht zu überhören: "I sing a Liad für di" … in der rock'n'rollenden Rolle mit dem Frauenbund-Bühnenwunder Margot Grötz.

Schon der Auftanz ist ein Akt der Freude, den die meisten genießen, "denn wir gehen das ganz gemütlich an", lacht Tanzmeister Magnus Kaindl und marschiert mit den Frauenbündlerinnen und deren Gästen solange durch den Traidtcasten, bis sie an der Weißwursch-Theke ihre Würscht in Empfang nehmen können.

Die bekannten Volkslieder singen alle laut mit, denn die Auswahl vom Kaindl Sepp geht mitten ins Herz. "Wir spielen, was d' Leut' kennen und mögen", freut er sich über die Begeisterung, die unter anderem die Vogel-Anatomie auslöst: Ein Sperling hat ein Schnäbelein und schnäbelt hin und her ... Das Kufstein-Lied, als eines der bekanntesten volkstümlichen Lieder im deutschen Sprachraum - 1947 vom Tiroler Karl Ganzer komponiert - ist der Hit, und beim Potpourri der Schunkellieder ist die Gesellschaft im Traidtcasten sicher: "Das ist genau so schön wie auf der echten Wiesn, nur dass mir net nei fahrn miassn."

Mit Tanzmeister Magnus Kaindl verlieren sie alle die Scheu vor Walzer, Polka und Nachstellschritt. Wenn sie dann noch das Lied von der "Maus, Maus zuckersüße kleine Maus" dazu singen, geht der Siebenschritt fast von alleine. Dazwischen Dr. Wilfried Müller mit seinen Wortspielen, Sketchen und Einaktern von und nach dem Münchner Komiker, Volkssänger und Autor Karl Valentin (1882-1948) und die Show ist perfekt. Extra Applaus heimst der geborene Eglinger mit seinem Einakter "Viehhandel" in astreinem Lechroanisch ein. Text | Fotos: Beate Bentele

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