Max Bertl: "Trachtler sind das Gesicht Bayerns"
Freitag, 11. November 2016: Sepp Kaindl ist Ehrenvorsitzender im Huosigau – Träger Lehrer-Vogl-Medaille in Silber

Raisting | Diessen – Das gibt es nicht jeden Tag: Fünf Minuten stehender Applaus für einen der bekanntesten Trachtler in Bayern. Sepp Kaindl ist seit Samstag Träger der Lehrer Vogl-Medaille in Silber, die höchste Auszeichnung, die der Bayerische Trachtenverband verleiht. Zeitgleich ernannten ihn die Trachtenkameraden zum Ehrenvorsitzenden im Huosigau – eine Auszeichnung die bis dato auch ein Alleinstellungsmerkmal ist. Hans Schmid aus Raisting bekam aus der Hand vom obersten Bayerischen Trachtler, Max Bertl, die Lehrer Vogl-Medaille in Bronze. Somit hat Rosemarie Sollinger, die im Mai 2013 als erste Frau im Huosigau mit der raren Verbandsmedaille gewürdigt wurde, noch zwei Träger der Lehrer-Vogl-Medaille auf Huosigau-Ebene an ihrer Seite.

Es ist ein ganz normaler Huosigau-Ehrabend angekündigt beim Postwirt in Raisting. Der Huosigau, so heißt es, bedankt sich bei verdienten Mitgliedern und bei jenen, die nicht mehr im Huosigau-Ausschuss wirken. Beim bunten Programm, das sensibel und fein mitgetragen wird von den Hochberghauser Musikanten aus Starnberg und mit bairischen Liedern vom Deutenhauser Viergsang aus Polling, sorgt auch die Tanzgruppe des Gaus für ein buntes Bild mit dem Gauschlag, dem Rehberger Landler und dem Vieferer. Dazwischen gruppieren sich die Ehrungen, die – wie bei großen Preisverleihungen – von Paten begleitet werden, die auch die Laudatio sprechen und Geschenke überreichen.

Ehrenvorsitz für den Kaindl Sepp
Der wahre Höhepunkt ist die Ehrung von Sepp Kaindl aus Diessen, der nahezu sein Leben lang der Trachtensach' mit großem Engagement, mit Respekt und Innigkeit verbunden ist. Schon früh hat er Führungsposition in seinem Heimatverein am Ammersee übernommen und stieg dann bald ein und auf in die Gau- und Verbandsebene. Zuletzt war er 12 Jahre lang Huosigau-Vorsitzender, eine Führungsposition, in die im Frühjahr 2016 Florian Vief hineingewählt worden ist. Vief, der Kaindl in mehreren Ämtern nachfolgte, reagiert tief gerührt als er von seinem Wahlabend erzählt: "Der Sepp, hat mich als Erster in den Arm genommen und gesagt: ‚Mein Ziehsohn'. Für mich gibt es keinen Trachtler, der sich so bestimmt einsetzt für die Trachtensach'." Vief beschreibt den Kaindl Sepp als gerad raus und als einen, der konsequent handelt, "du hast den Huosigau nach vorn gebracht, ohne dich wäre der Huosigau nicht das, was er heute darstellt."

Und mit einer Steigerung geht es weiter: Max Bertl, Vorsitzender im Bayerischen Trachtenverband hat die Lehrer-Vogl-Medaille in Silber dabei. Eine Würdigung, die vor zirka fünf Jahren im Dachverband als höchste Anerkennung in Bayern beschlossen wurde. Bisher gibt es einen Träger der Medaille in Gold, das ist Otto Dufter, langjähriger Vorsitzender im Dachverband. Sepp Kaindl ist stolz, jetzt der einzige Medaillenträger in Silber im Huosigau ist. "Die Trachtler sind das Gesicht Bayerns und das tragen wir nach Außen", begleitete Max Bertl die Ehrung und fuhr fort: "Die Sach, die wir vertreten baucht Leut', die es tun - für unsere Heimat, für unsere Gesellschaft, für unser Land."

Dank an Ehemalige
Geehrt worden sind auch Barbara Lochbihler und Julia Schilcher, die ihr Amt als Jugendvertreterinnen aus privaten Gründen verlassen. Barbara Gilk bedankte sich bei ihren Mitstreiterinnen in der Jugendarbeit und gab das Wort an Reinhard Steinhart, der das Ausschussmitglied Roland Schormayer mit individuellen Dankesworten verabschiedete. Mit Herzlichkeit für sein Mitwirken im Ausschuss und mit Respekt vor seiner Kompetenz, ging ein großer Dank an Peter Kaindl aus Diessen, der nach neun Jahren sein Mandat als Revisor niedergelegt hat. Wolfgang Kurz (Geltendorf) verabschiedete Peter Kaindl und auch Dieter Spindler aus Polling, dem für drei Jahre Mitarbeit Dank gebührt. Auch Hans Schmid aus Raisting ist verabschiedet, nachdem er seit 1989 um Ausschuss unterschiedliche Ämter bekleidet, unter anderem als Kassenwart und Trachtenwart mit Umsicht und Sorgfalt wegweisend gewirkt und gezeigt hat, wie man verantwortungsvoll mit Ämtern umgeht.

Roland Happach aus Raisting hat als Gauvortänzer von 2001 bis 2016 im Gau mitgearbeitet und vielen das bayrische Tanzen gelehrt. Dass er auch noch bei einer Gauveranstaltung den fehlenden Pfarrer ersetzte, erzählt Florian Vief, "und die Kirch' g'halten hat, als der Pfarrer einfach nicht erschien, ist typisch für Roland, der immer, wenn Not am Mann ist, zur Stelle war – er hat das silberne Ehrenzeichen des Huosigau verdient und außerdem darf er sich auf ein Wellnesswochenende mit seiner Frau freuen." Text | Fotos: Beate Bentele
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