Beim Kirta: Hutschen bis sich die Balken biegen
Sonntag, 21. Oktober 2018: Kirchweih am Vogelherd, und die Musi spielt dazu

Diessen – Über dem Ammersee ging die Sonne auf und kündigte allen Wettervorhersagen zum Trotz einen sonnigen Herbsttag an. Die Mitglieder vom Diessener Trachtenverein atmen auf: "Jetzt kann die Kirchweih kommen", freut sich Vorsitzender Magnus Kaindl und Jürgen Zirch zapft das erste Bier: "Auf eine friedliche Kirta."

Trotz der Sonne pfeift der Wind empfindlich frisch um den Vogelherd, was der heiteren Kirchweih-Stimmung aber nicht schadet. Für Sonnenanbeter ist der Vorplatz vom Vereinsheim aufgestuhlt, die Tische und Bänke gehen in ein gemütlich beheiztes Zelt über. Gute Atmosphäre für alle, stellen die Kirta-Bummler fest, hier könne jeder seinen Platz finden, sind sie sicher. Und so war es auch – im Zelt ist bis in den Abend hinein gefeiert, und die Schmankerl-Küche der Trachtler rauf- und runtergegessen worden. Gleiches gilt auch für die Getränke. Nicht nur das Bier floss in Strömen – auch der heiße Tee hat sich zum Diessener Kirta-Hit hochgespielt.

Apropos gespielt: Das war heuer wieder der Part von den Blasmusikfreunden Utting mit Michael Bauer an der Spitze. Mit ihrem breiten musikalischen Repertoire begrüßten sie die Besucher, die heuer dem Ruf der Trachtler vielfach mit dem Radl gefolgt sind.

Typisch Diessener Kirta auch die Hutschn. Ein Brauch, bei dem früher kräftig "gebaggert" worden ist: Die Nähe auf der Balkenschaukel hat es auch heute noch in sich. Die Hutscher (Anschieber) Martin, Wolfgang und Stefan haben ihre Muskeln ganz schön trainiert, weil den ganzen Nachmittag über Groß und Klein bei dem wilden Kirta-Vergnügen Schlange gestanden sind. "Höher, höher" – die Sprechchöre vor allem der Kinder schallten bis zum Schatzberg hinauf. Kirta in Diessen, ist halt einfach was zum Genießen, und wenn dann noch die Trachtenjugend Lust auf Tanzen weckt, ist der Tag perfekt. Text | Fotos: Beate Bentele
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