Die Kräuterhexn sind unterwegs
14. August 2017: Brauchtumsstrauß für Mariä Himmelfahrt – Trachtenverein sammelt Heilkräuter, Tee, Blüten und Blumen

Diessen – Mit Armen voller Kräuter und Körben voller Blüten und Blumen sind sie von ihrem Kräutergang heimgekommen: Die Kräuterhexn (Mitglieder vom Diessener Trachtenverein) haben – wie es der Brauch ist – vor dem Hochfest zu Ehren Mariens, der Patronin des Diessener Marienmünsters, in Wald und Wiesen, an grünen Hängen, am Rande von Getreidefeldern, in Kräutergärten (z. B. Gut Kerschlach) mindestens 50 verschiedene Heil-, Tee- und Küchenkräuter gesammelt. Die Überlieferung sagt, dass hierzulande mindestens 99 Kräuter und Heilpflanzen wachsen und gedeihen, die sich für den klassischen Kräuterbuschen eignen.

Dazu haben sie auf den Blumenfeldern und in ihren Gärten Sonnenblumen geschnitten, Ringelblumen, Dahlien, Zweige von der Vogelbeere, Zinnkraut, Schachtelhalm, Disteln, Rohrkolben und Königskerzen. Vier Getreidesorten befanden sich unter den Schätzen aus der Natur, aber auch Klee, Gräser oder das Powerkorn Amaranth. Mit dabei Schafgarbe, Kümmel, Pfefferminze, Melisse, Salbei, Thymian, Lorbeer, Zinnkraut und Brennnesseln, Kerbel und Lavendel …

Der Hof von Rosemarie und Manfred Roßmeier verwandelte sich im Nu in eine Gärtnerei. Wer nicht hundert prozentig Bescheid wusste, ist von den in Kräuterkunde und Blumenschmuck erfahrenen Trachtlerinnen informiert worden und eingeführt in die Geheimnisse der Kräutergebinde.

Irmi Hinterbichler und Heidi Zirch haben auch heuer wieder den über einen Meter hohen großen Kräuterbuschen gestaltet und fachkundig gebunden, der die Mariendarstellung am Eingang zum Altarraum schmückt. Die Gruppe bemühe sich, möglichst viele Kräuterbuschen zu binden, die zu Mariä Himmelfahrt in der Kirche gesegnet und dann im Haus - oft im Herrgottswinkel – aufgehängt werden.

Vor Beginn des Patroziniums haben die Trachtler klassische schöne Kräuterbuschen verkauft, um die Kasse zu füllen, die den Jugendaustausch im Sommer 2018 nach Nordamerika auf eine finanzielle Basis stellt. "Die Nachfrage war riesig", erzählt die Trachtenjugend, "Wir hätten noch viel, viel mehr Kräuterbuschn verkaufen können." Text | Fotos: Beate Bentele
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