Ähnlich dem Frauengewand tragen auch die Männer verschiedene Varianten der Diessener Tracht. Ein auffälliges Detail ist die schwarze Hirschlederhose mit weißer Stickerei. Die Muster orientieren sich überwiegend an floralen Verzierungen (Blüten, Blätter, Ranken), die bereits 1932 vom Heimatforscher Dr. Bruno Schweizer als „Altdiessener Stickmuster“ veröffentlicht wurden. Die Lederhose wird von handgewebten, hellblauen Hosenträgern mit Quersteg auf Brust und Rücken gehalten. Auch die Strümpfe können neben weißen und beigen Farbtönen hellbau sein.
Bei Auftritten tragen die Männer über den Hosenträgern meist eine zweireihige Weste aus Ausbrenner-Samt (Brandsamt) oder Seide. Unter dem Hemdkragen wird ein unifarbenes Binderl
(Krawatte) gebunden. Als Kopfbedeckung dient ein schwarzer Stopselhut mit breiter Krempe. Besonders ist die Hutschnur (wahlweise aus Silber oder Gold), die im oberen Drittel des Hutes angebracht ist. Eine Spielhahnfeder und Quasten am Hinterkopf verleihen schwungvolle Lockerheit.
Für festliche Anlässe wird zusätzlich eine kurzleibige, unifarbene Joppe mit zweireihigen Silberknöpfen getragen. Neben der kurzen Lederhose zieht Mann wahlweise eine Bundlederhose, feine, schwarze Stoffhosen oder eine elegante Nadelstreifenhosen an. Auch der Mann kann sich zu hohen Festen in seiner Festtagstracht blicken lassen. Zu langen Hosen oder Bundlederhose trägt er einen knielangen Pratenrock (auch G’vattersrock oder Gehrock) mit zweireihigen Silberknöpfen. Hinzu kommt ein breitkrempiger Hut mit halbhohem Gupf. Die schwarze Hutgarnitur und Wollquasten bestechen mit Noblesse.
An Zubehör trägt Mann zum Beispiel feine Uhr- und Schieberketten. Besonders hochwertig sind Ranzen (Gürtel) mit Federkielstickerei oder mit zinnbeschlagenen Mustern.
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