Krönungsmesse und Kräuterweihe
Montag, 15. August 2016 – Kirchengemeinde feiert Patrozinium im Marienmünster

Diessen – Das hohe Kirchenfest ist heuer besonders fein gestaltet worden, das haben die bestimmt 500 Kirchenbesucher mit Respekt und Freude honoriert. Gleich beim Betreten des Marienmünsters fällt auf, dass sich das Hochaltarbild in seinem Schacht in der Erde befindet – langsam wird es in seinen goldenen Rahmen gekurbelt. Ein Zeichen und eine symbolische Handlung für die Himmelfahrt Mariens, die das acht Meter hohe Bild von A. B. Albrecht einfühlsam zeigt. Das ist möglich, weil das barocke Münster noch einen bespielbaren Wandelaltar aus seiner Entstehungszeit besitzt. Er wird in der Regel zu Weihnachten und Ostern bespielt mit Figuren, die sich auf den Bühnen im Altar befinden und die durch das Versenken des Bildes frei werden.

Die Fahnenabordnungen der Vereine weisen auf den besonderen Anlass hin, und Trachtenkinder mit ihren Kräuterbuschen ziehen die Blicke an. Die ehrenvolle Aufgabe, die drei barocken Mariendarstellungen für das Patrozinium zu schmücken und in die Kirche zu tragen, hat auch heuer wieder der Trachtenverein übernommen. Je vier Trachtler sind für eine Marienfigur zuständig, was auf deren stattliches Gewicht hindeutet. Die Tragfiguren aus dem 18. Jahrhundert zeigen die jungfräuliche, die schmerzhafte und die glorreiche Gottesmutter.

Ein Beispiel, wie sich die Kirchenmusik zur barocken Klangfülle im Kirchenschiff entwickelt, haben die Gläubigen besonders genossen: Die Liturgiefeier, begleitet von der Krönungsmesse des genialen Wolfgang Amadeus Mozart, interpretiert von Chor und Orchester des Marienmünsters unter der Leitung von Kirchenmusiker Stephan Ronkov.

An Ende segnet Pfarrer Josef Kirchensteiner die Kräuterbuschen und bedankt sich vor allem auch bei Heidi Zirch und Irmi Hinterbichler für die 1,50 Meter hohe Kräutersäule, gebunden aus Dahlien, Rosen, Sonnenblumen, Rohrkolben, Wetterkerzen, Brennnessel, Haselnuss, mit den gängigen Getreidesorten, mit Goldrute, Johanniskraut, Efeu, Phlox, Pfeffermine, Zitronenmelisse – bis zu hundert Sorten, sagt der Volksmund, könne in einen Kräuterbuschen gebunden werden. Nach der Kräuterweihe trägt jeder seinen Buschen vorsichtig nach Hause, wo er im Herrgottswinkel aufgehängt wird und die Familien das Jahr über begleitet.

Zuvor gab es noch ein gemeinsames Mittagessen im Traidtcasten – so wie es eben auch der Brauch ist. Text | Fotos: Beate Bentele
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