Ein Tag mit T.REX und Co. – Auch Eichstätt war der Hit
Samstag, 9. Juni 2018: Diessener Trachtler bei den Giganten der Urzeit - Familienausflug im Dinosaurier Wald Altmühltal

Diessen | Denkendorf – Voller Neugier sind sie durch 400 Millionen Jahre Erdgeschichte marschiert und in einem kühlen Hochwald auf Riesen-Monster gestoßen. Auf Giganten der Urzeit, die längst ausgestorben sind – die aber im Dino-Park bei Denkendorf, am Rande des Altmühltals wieder lebendig werden. Der Heimat- und Trachtenverein d' Ammertaler Diessen – St. Georgen war mit seinen Familien unterwegs und hat ein Ziel entdeckt, bei dem drei Generationen ihren Spaß hatten, sportliche Herausforderung und jede Menge Information bekommen haben über die Erdgeschichte und die Entwicklung des Planeten.

Der Dinowald ist gerade mal ein Jahr alt und begeisterte 2017 schon 200.000 Besucher. Nach dem Motto "Staunen, Mitmachen, Genießen, Sensationen" haben sich jetzt auch die Diessener Trachtler hineingewagt in den Dinowald mit 70 Urviechern und Dinos. Während die Erwachsenen den Wald und die Museumshalle mit der Flugsaurier-Sonderausstellung "Die Herrscher der Lüfte" (noch bis November 2018) auf eigene Faust durchforsteten, folgten die 16 Kinder (von drei bis 14) einer wissenschaftlich orientierten Kinderpädagogin, die sie durch die Jahrmillionen der Riesenfische, Echsen, Dinos, Urpferde, Mammuts lotste.

Beim täuschend echt wirkenden Skelett eines vor 66 Millionen Jahren im Sumpf verendeten Tyrannosaurus rex erfuhren sie, dass die riesigen Monster gerade mal 35 Jahre geworden sind. Auch der behaarte Cynosaurus, der vor 255 Millionen Jahren lebte und den heutigen Hunden erstaunlich ähnlich sah, gehört zu den "Giganten der Urzeit", die bis dato niemand zuvor so lebensecht gesehen hat.

Auf dem 12 Hektar großen Areal verbinden sich Bildung und Unterhaltung zu einem unterhaltsamen Erlebnis. Hier wird die Evolution spannend vermittelt – von den ersten an Land kriechenden Lurchen über die Dinos bis zu den Meteoriteneinschlägen (im schwäbischen Ries und in Mexiko), die schließlich zum Aussterben der Urzeit-Riesen führten.

Steine klopfen – Haifischzähne suchen
Die Trachtenjugend hat erfahren, dass es nur wenige Regionen auf der Welt gibt, in denen so viele gut erhaltene Fossilien aus dem Jura zu finden sind wie im Altmühltal. Sie lernten, dass diese Region vor 147 Millionen Jahren einer subtropischen Insel- und Lagunenlandschaft glich. Im Wasser lebten Ammoniten, Raubfische und Krokodile, an Land regierten die Dinosaurier, während die Luft Lebensraum für Flugsaurier und die Vorfahren unserer Vögel waren. Die toten Tiere sanken auf den Meeresgrund, wo sie Schlamm und Schlick überdeckten. Schalen und Knochen versteinerten und die sterblichen Überreste wurden zu Fossilien. Mit diesem Wissen kamen sie in die Mitmachhalle, wo sie sich in begeisterte kleine Hobby-Paläontologen verwandelten. Sie durften Original Fossilien aus Gesteinsbrocken klopfen, echte Haifischzähen aus Sand sieben und Halbedelsteine schürfen.

Im Waldspielplatz, zwischen Dino-Schaukeln und urzeitlichen Klettergerüsten lugten kleine Dinos durchs Gebüsch und das Picknick vom Leiterwagen schmeckte doppelt gut. Die Zeit reichte kaum für die vielen Aktionen im Dino-Park – aber bevor der Bus endgültig abfuhr, eilten sie alle noch geschwind in die Museumshalle, um auf die Flugsaurier, die Könige der Lüfte aus Trias-, Jura- und Kreidezeit noch einen Blick zu werfen. Keiner wollte weg, ohne den Sensationsfund aus Transsilvanien zu bestaunen: den Pterosaurier aus der späten Kreidezeit. Forscher ziehen den Schluss, dass es sich um den gewaltigsten Flugsaurier handelt, der je als Fossil ausgegraben wurde. Genau so spektakulär das älteste Original-Fossil des Urvogels Archaeopteryx. Das Dinosaurier Museum Altmühltal ist übrigens mit Museen und Universitäten in aller Welt vernetzt. Deshalb gibt es regelmäßig zu aktuellen Funden und Erkenntnissen auch Sonderausstellungen.

Spaziergang in Eichstätt
Der Tagesausflug endete im nordbayerischen Bischofsitz Eichstätt - die Stadt an der Altmühl ist auch Hauptsitz der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Sie bezaubert mit barocken Plätzen und Bauwerken. Das Erbe der fürstbischöflichen Baumeister strahlt lustvolle Lebensfreude aus. Die vornehme Eleganz und schwungvolle Anmut von Eichstätts barocken Häusern, Kirchen und Domherrenhöfen erlebten die Trachtler bei Führungen durch die Stadt, speziell auch in der Residenz mit dem berühmten Spiegelsaal und den wasserspritzenden, pausbäckigen Putti auf den Springbrunnen, die Eichstätts Plätze schmücken.

Allerdings konnte die Stadt nur bedingt bei den Kindern punkten, zu intensiv war die Dino-Begegnung, die gerade mit dem Film von J. A.Bayone "Jurassic World: Das gefallene Königreich" am 6. Juni 2018 in die deutschen Kinos gekommen ist und das Thema erneut aktualisiert. Fast könnte man den Reporter verstehen, der die Preview dieses Films kommentierte: "Die Dinosaurier waren Millionen Jahre vor uns da - und sie werden noch da sein, wenn wir schon weg sind." Text | Fotos: Beate Bentele
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