Sternförmig auf den heiligen Berg
Sonntag, 24. April 2016: Fünfte Huosigau-Wallfahrt nach Andechs

Es ist ein guter Brauch: Alle fünf Jahre treffen sich die 22 Trachtenvereine im Huosigau auf dem Heiligen Berg. Sternförmig sind sie auch heuer wieder mit ihren Fahnen nach Andechs gepilgert und haben in ihrer Geschlossenheit mit Fahnen und Trachtengewändern einmal mehr die Brauchtumspflege von ihrer schönsten und auch zeitgemäßen Seite präsentiert.

Vorsitzender Andreas Huber wies bei der Vorbereitung hin, dass es sich um einen Pflichttermin handle und der Verein geschlossen teilnehmen möge. Hatten sich viele auf den Fußmarsch durch das romantische Kiental gefreut, setzte ein unerwarteter Schneefall in den frühen Morgenstunden der Wanderlust eine Grenze und manch einer holte das Auto aus der Garage.

Den festlichen Gottesdienst - eingehüllt in den barocken Zauber der hohen Kirchenbaukunst – begleite¬ten die Huosigau-Vorsitzenden mit Lesungen und die Fahnenträger flankierten das Kirchenschiff mit den prachtvollen Vereinsfahnen. In der ersten Reihe der Kaindl Sepp, der 12 Jahre lang den Huosigau mit Umsicht und Respekt als Vorsitzender leitete und dessen letzte große Amtshandlung die Trachten-Wallfahrt 2016 war. Wohl mag er sich erinnert haben, wie er vor fünf Jahren die damals neue Huosigau-Standarte auf den Heiligen Berg begleitete und die schwere Kerze vorantrug. Bei hochsommerlicher Hitze.

Zusammen mit den Vereinsfahnen neigte sich die Huosigau-Standarte in der Wallfahrtskirche und grüßte die Gottesmutter mit dem Kind, die gülden vom Hochaltar strahlte. Sie ist das Gnaden- und Wallfahrtsbild von Andechs und weist damit auf das Herzstück und die Mitte des Huosigaus hin: Um den Heiligen Berg Andechs gruppieren sich nämlich die Landkreise der Heimat- und Trachtenvereinigung Huosigau. Deshalb haben sich die Mitglieder der 22 Trachtenvereine das Gnadenbild der Gottesmutter mit dem Kind für ihre Standarte gewünscht. Es ist die Marien-Darstellung aus der Offenbarung des Johannes: Mit der Sonne bekleidet und mit dem Mond unter den Füssen.

Dem festlichen Gottesdienst folgte das gemeinsame Mittagessen im Florian Stadl. Voller guter Eindrücke hüllten sich die Trachtlerinnen und Trachtler in warme Umhänge und trotzen dem Schneefall, der erst am späten Nachmittag den sanften Sonnenstrahlen Platz machte. Text | Fotos: Beate Bentele
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